Hersteller & Technologien

EATON

Eaton USV in Berlin – Stromschutz für Serverraum, Rack und Arbeitsplatz

Eine USV ist schnell gekauft. Dass sie im Ernstfall das Richtige tut, ist eine Frage der Planung. Wir liefern USV-Anlagen von Eaton als Rack- und als Standgeräte, dimensionieren sie nach Ihrer tatsächlichen Last und binden sie so in Ihre IT ein, dass Server bei einem Stromausfall geordnet herunterfahren – und danach sauber wieder anlaufen.

Wozu eine USV – auch in Berlin

Das deutsche Stromnetz gehört zu den zuverlässigsten in Europa. Die Bundesnetzagentur weist für 2024 im Schnitt 11,7 Minuten Versorgungsunterbrechung je Letztverbraucher aus. Gezählt werden dabei allerdings nur ungeplante Unterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern.

Wie wenig ein Durchschnitt über den Einzelfall sagt, hat Berlin zweimal kurz hintereinander erlebt. Am 9. September 2025 waren nach einem Anschlag auf zwei 110-kV-Leitungen in Johannisthal rund 50.000 Haushalte und Betriebe im Südosten der Stadt ohne Strom, die letzten von ihnen 60 Stunden lang. Am 3. Januar 2026 traf es nach einem Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde: 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden, ein großer Teil davon für mehrere Tage. Lichterfelde grenzt an Lankwitz, wo wir sitzen.

Viel häufiger als solche Ereignisse sind die kleinen Störungen, die in keiner Statistik auftauchen: ein Spannungseinbruch von Sekundenbruchteilen, eine ausgelöste Sicherung im eigenen Haus, Arbeiten am Hausanschluss, eine Überspannung nach einem Gewitter. Server, Speichersysteme und Switches vertragen harte Abschaltungen schlecht. Im günstigen Fall muss ein Dateisystem geprüft werden, im ungünstigen sind Daten verloren, die noch auf dem Weg auf die Platte waren.

Eine USV hat deshalb zwei Aufgaben: kurze Störungen so abfangen, dass niemand etwas merkt – und bei längeren Ausfällen genug Zeit verschaffen, damit alles geordnet herunterfährt. Mehr verspricht sie nicht, und mehr sollte man ihr auch nicht zumuten. Was das für einen Ausfall über mehrere Tage bedeutet, steht weiter unten unter Was eine USV nicht kann.

Offline, Line-Interactive, Online: die drei Bauarten

USV-Anlagen unterscheiden sich darin, wie sie mit dem Strom aus dem Netz umgehen. Die Norm IEC 62040-3 teilt sie in drei Klassen ein, und Eaton baut alle drei. Für die Auswahl ist das die wichtigste Frage – wichtiger als die Leistung, die sich später noch anpassen lässt.

BauartKlasse nach IEC 62040-3Wie sie arbeitetEaton-SerienWofür wir sie einsetzen
Offline (Standby)VFDReicht den Netzstrom durch und schaltet bei einem Ausfall auf Batterie um.3S Gen2, 3P EllipseEinzelner Arbeitsplatz, Router, Telefonanlage im kleinen Büro
Line-InteractiveVIWie Offline, gleicht aber Unter- und Überspannung aus, ohne dafür die Batterie zu bemühen.5P Gen2, 5PX Gen2Netzwerkschrank, einzelne Server, Speichersysteme
Online-DoppelwandlerVFIWandelt ständig um: Wechselstrom zu Gleichstrom und wieder zurück. Keine Umschaltzeit, die Last ist vom Netz entkoppelt.9PX, 9PX Gen2Serverraum, Virtualisierungscluster, empfindliche Lasten
Einordnung nach IEC 62040-3 und Herstellerangaben, Stand September 2026.

Für Server und Speichersysteme setzen wir mindestens eine Line-Interactive-USV mit reinem Sinusausgang ein, für einen Virtualisierungscluster oder einen ganzen Serverraum in der Regel die Online-Technik. Online-Geräte kosten mehr und erzeugen mehr Abwärme, dafür hängt die Last nie direkt am Netz, und die Ausgangsspannung bleibt stabil, egal was aus der Steckdose kommt.

Die Abwärme wird gern vergessen. Eaton gibt für die 9PX Gen2 einen Wirkungsgrad von bis zu 97,2 Prozent an – das ist sehr gut und heißt bei 11 kW Last trotzdem, dass gut 300 Watt Wärme im Raum bleiben, die die Klimatisierung zusätzlich abführen muss.

Die Eaton-Serien, mit denen wir arbeiten

Eaton hat ein breites Programm, vom Gerät unter dem Schreibtisch bis zur dreiphasigen Anlage für das Rechenzentrum. Wir beschränken uns auf die Serien, die im Mittelstand die Fälle abdecken – vom Arbeitsplatz bis zum Serverraum mit einigen Kilowatt. Ob Rack- oder Standgerät, entscheidet der Aufstellort: Viele Modelle sind als Rack/Tower ausgeführt und lassen sich liegend im 19-Zoll-Schrank oder stehend daneben betreiben.

SerieTechnikLeistungBauformTypischer Einsatz bei uns
3S Gen2Offline450–850 VATower, auch an Wand oder SchreibtischEinzelarbeitsplatz, Internetzugang
3P EllipseOffline550–1.700 VATower, optional Rack- oder WandmontageArbeitsplatz, Kasse, kleines Büro
5P Gen2Line-Interactive650–1.550 VARack 1 HE, Tower oder Rack/Tower 2 HENetzwerk- und Wandschrank, Außenstelle
5PX Gen2Line-Interactive1.000–3.000 VARack/Tower, 2 oder 3 HEServer, Storage und Netzwerk im 19-Zoll-Schrank
9PXOnline-Doppelwandler1–3 kVARack/TowerEinzelne Server und kleine Cluster mit Online-Schutz
9PX Gen2Online-Doppelwandler5–11 kWRack/Tower, 3 oder 4 HEServerraum, Virtualisierungscluster
Nach Herstellerangaben, Stand September 2026. Das vollständige Programm steht auf eaton.com. Modellbezeichnungen und Leistungsstufen ändern sich mit jeder Generation.

Am Arbeitsplatz: 3S Gen2 und 3P Ellipse

Die kleinen Offline-Geräte schützen einen PC, einen Router oder eine Kasse. Sie bringen einen Überspannungsschutz nach IEC 61643-11 mit, und nicht jede Steckdose hängt an der Batterie: Die 3P Ellipse hat je nach Modell drei bis vier batteriegestützte Ausgänge und daneben solche, die nur gegen Überspannung schützen. Das ist gewollt – der Monitor muss nicht weiterlaufen, der Rechner schon. Für einen einzelnen PC nennt Eaton je nach Modell eine Laufzeit von gut zehn bis über sechzig Minuten, genug, um zu speichern und herunterzufahren.

Wer nach der Eaton Ellipse ECO sucht: Die Serie ist abgekündigt. Ihr Nachfolger ist die 3P Ellipse, laut Eaton mit bis zu 12 Prozent mehr Leistung. Neu ist eine optionale Cloud-Karte, über die sich Status und Warnungen per App oder Browser abrufen lassen – interessant für Außenstellen, an denen niemand von der IT sitzt.

Im Netzwerkschrank und für einzelne Server: 5P Gen2 und 5PX Gen2

Die 5P Gen2 ist die kompakte Lösung für flache Racks und Wandschränke: eine Höheneinheit, 650 bis 1.550 VA, auf Wunsch mit Netzwerkkarte ab Werk. Eaton bietet sie mit klassischer Blei-Batterie und als Lithium-Ionen-Ausführung an, die für Standorte gedacht ist, an die man selten hinkommt.

Die 5PX Gen2 ist das Gerät, das wir im 19-Zoll-Schrank am häufigsten vorsehen, wenn eine Line-Interactive-USV genügt. Sie liefert 1.000 bis 3.000 VA bei einem Leistungsfaktor von 1, also ebenso viele Watt. Der Ausgang ist ein reiner Sinus, die Batterie lässt sich im laufenden Betrieb tauschen, und bis zu vier Zusatzbatteriemodule verlängern die Laufzeit. Über Lastsegmente lässt sich festlegen, welche Geräte zuerst abgeschaltet werden, damit Switch und Firewall länger durchhalten als der Testserver. Den Verbrauch misst das Gerät je Steckdosengruppe.

Zwei Einzelheiten, die bei der Planung zählen: Modelle mit dem Zusatz Netpack haben die Netzwerkkarte ab Werk, bei den anderen ist sie optional. Und die Modelle mit 2.200 und 3.000 VA haben einen C20-Eingang für 16 Ampere – der Stromkreis, an dem sie hängen, muss das hergeben.

Im Serverraum: 9PX und 9PX Gen2

Wo Online-Schutz gefragt ist, arbeiten wir mit der 9PX. Im Bereich von 1 bis 3 kVA ist das die bewährte erste Generation, die es inzwischen auch mit Lithium-Ionen-Batterie gibt; Eaton nennt dafür eine Batterielebensdauer von acht bis zehn Jahren.

Darüber beginnt die 9PX Gen2 mit 5, 6, 8 und 11 kW. Die beiden kleineren Modelle belegen drei Höheneinheiten, die beiden größeren vier. Eine Netzwerkkarte gehört immer dazu, die Ausgänge sind als C39-Kombisteckdosen ausgeführt, die Stecker nach C14 und C20 gleichermaßen aufnehmen, und bis zu vier Zusatzbatteriemodule lassen sich anschließen. Die Batterieüberwachung ABM+ sagt auf Basis von Messwerten voraus, wann ein Tausch fällig wird. Mit einem Hot-Swap-Wartungsbypass kann die USV selbst getauscht werden, ohne die angeschlossenen Server abzuschalten.

Praktisch heißt das auch: Die 9PX Gen2 hat keinen Stecker, sondern wird über eine Klemmleiste fest angeschlossen. Das ist Arbeit für eine Elektrofachkraft, und der Stromkreis muss dafür ausgelegt sein. Das 11-kW-Modell wiegt knapp 80 Kilogramm – es gehört auf Schienen in einen Schrank, der dieses Gewicht unten tragen kann, und wird zu zweit eingebaut.

Richtig dimensionieren: Leistung, Laufzeit, Reserve

Die meisten Fehlkäufe bei USV-Anlagen haben mit der Größe zu tun, nicht mit dem Hersteller. Zu klein, und die Anlage schaltet bei Volllast ab oder hält nur Sekunden. Zu groß, und man bezahlt Leistung, die nie gebraucht wird. So gehen wir vor:

1. Watt messen, nicht Netzteile zählen

Auf dem Typenschild eines Servers steht die Leistung des Netzteils, nicht der Verbrauch. Ein Server mit zwei 800-Watt-Netzteilen zieht im Alltag oft nur einen Bruchteil davon. Gerechnet wird mit dem, was tatsächlich fließt. Bei HPE-Servern zeigt das die Fernwartung iLO direkt an, bei anderen Geräten messen wir über eine vorhandene USV oder eine messende Steckdosenleiste.

Dabei muss die USV zwei Werte erfüllen: Scheinleistung in VA und Wirkleistung in Watt. Bei Geräten mit Leistungsfaktor 1 sind beide gleich, bei anderen nicht. Eine 3P Ellipse mit 1.700 VA liefert 1.040 Watt, eine 5PX Gen2 mit 2.200 VA dagegen 2.200 Watt. Wer nur auf die VA-Zahl schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen.

2. Reserve einplanen

Als Faustregel gilt: 20 bis 30 Prozent über der gemessenen Last. Das schafft Platz für den nächsten Server und verhindert, dass die Anlage dauerhaft am Anschlag läuft. Eine USV unter Volllast hat die kürzeste Laufzeit und keinen Spielraum für Lastspitzen beim Wiederanlauf.

3. Laufzeit vom Ablauf her rechnen

Die richtige Frage lautet nicht „Wie lange hält die USV?“, sondern „Wie lange braucht unsere Umgebung, um geordnet herunterzufahren?“ Dazu kommt eine kurze Wartezeit, damit nicht jeder Spannungseinbruch von einer Minute gleich alles abschaltet, und ein Puffer dafür, dass Batterien mit dem Alter Kapazität verlieren. Für die meisten Umgebungen im Mittelstand ergeben sich daraus 10 bis 20 Minuten. Mehr braucht es nur, wenn ein Notstromaggregat anlaufen muss oder bestimmte Systeme bewusst weiterlaufen sollen.

Wie stark die Laufzeit an der Last hängt, zeigen Eatons eigene Angaben für die 5PX Gen2 mit 3.000 VA ohne Zusatzbatterie: etwa 68 Minuten bei 300 Watt, 39 Minuten bei 500 Watt und 23 Minuten bei 800 Watt. Für die übrigen Modelle veröffentlicht Eaton Laufzeitkurven, aus denen wir die passende Kombination aus Gerät und Zusatzbatterien ablesen.

4. Beispiel: ein typischer Serverschrank

GerätGemessene Last
2 Virtualisierungshostsje 350 W
Speichersystem250 W
2 Switchesje 60 W
Firewall40 W
Summe1.120 W
mit 25 % Reserve1.400 W
Rechenbeispiel mit angenommenen Werten. In echten Projekten messen wir vorher.

Mit 1.400 Watt passt eine 5PX Gen2 mit 2.200 VA, wenn Line-Interactive genügt, oder eine 9PX mit 2.200 bis 3.000 VA, wenn die Hosts Online-Schutz bekommen sollen. Bei dieser Last hält die interne Batterie deutlich kürzer als die 16 Minuten, die Eaton für die 5PX Gen2 2200 bei 800 Watt angibt. Für 10 bis 20 Minuten Abschaltzeit plus Reserve planen wir deshalb ein Zusatzbatteriemodul ein.

5. Was nicht an die USV gehört

Laserdrucker, Heizlüfter, Kaffeemaschinen und Klimageräte ziehen beim Einschalten oder Aufheizen hohe Stromspitzen. An einer USV lösen sie im besten Fall Alarme aus, im schlechtesten überlasten sie die Anlage genau dann, wenn sie gebraucht wird. Diese Geräte hängen an der normalen Steckdose.

Einbinden: Netzwerkkarte, Abschaltung, Überwachung

Eine USV ohne Verbindung zur IT überbrückt – und schaltet ab, wenn die Batterie leer ist. Dann gehen die Server genauso hart aus wie ohne USV, nur ein paar Minuten später. Den eigentlichen Wert hat die Anlage erst, wenn sie den angeschlossenen Systemen Bescheid gibt.

  • Per USB für ein einzelnes Gerät. Die USV meldet sich beim Betriebssystem an, das bei niedrigem Batteriestand herunterfährt. Für einen Arbeitsplatz oder einen einzelnen Server reicht das.
  • Per Netzwerkkarte, sobald mehr als ein Gerät an der USV hängt. Eatons Gigabit-Netzwerkkarte bringt eine Weboberfläche, E-Mail-Alarme und SNMP mit, erlaubt Firmware-Updates aus der Ferne und ist nach Herstellerangaben nach den Cybersicherheitsnormen UL 2900-1 und IEC 62443-4-2 zertifiziert. Trotzdem gehört sie ins Verwaltungsnetz, nicht ins Büronetz.
  • In Ihre Überwachung. Wir binden die Karte in die bestehende Überwachung ein, damit ein Batteriealarm nicht nur auf dem Display der USV steht, sondern bei jemandem ankommt – bei Ihnen oder im Rahmen unserer Managed-IT-Leistungen bei uns.

Intelligent Power Manager 2: Stromausfall mit Plan

Eine USV verschafft Zeit – was in dieser Zeit passiert, entscheidet die Software. Mit dem Eaton Intelligent Power Manager in Version 2 (IPM 2) überwachen und steuern wir USV-Anlagen, Stromverteiler und Umgebungssensoren zentral über eine Weboberfläche, auch über mehrere Standorte hinweg. Fällt der Strom aus, arbeitet IPM 2 einen festgelegten Ablauf ab: benachrichtigen, weniger wichtige Systeme zuerst herunterfahren, virtuelle Maschinen verschieben oder geordnet beenden, Hosts und Speicher zuletzt.

Für virtualisierte Umgebungen bindet IPM 2 laut Eaton unter anderem VMware vCenter und ESXi, Microsoft Hyper-V und SCVMM, Nutanix sowie HPE OneView an. Die Software gibt es in drei Editionen:

EditionWofür sie gedacht ist
IPM MonitorÜberwachung von Strom- und Umgebungswerten
IPM Managezusätzlich Überwachung der virtuellen Infrastruktur, Geräteverwaltung mit Firmware-Updates und Automatisierungen auf Host-Ebene
IPM Optimizezusätzlich Automatisierungen auf Ebene von VMs und Clustern, etwa für VMware vSAN
Nach Herstellerangaben, Stand September 2026. Welche Edition Sie brauchen, hängt davon ab, was bei einem Stromausfall automatisch geschehen soll.

Proxmox VE führt Eaton nicht unter den unterstützten Plattformen für IPM 2. Setzen Sie Proxmox ein, klären wir das geordnete Herunterfahren im Projekt – ein möglicher Weg sind die quelloffenen Network UPS Tools (NUT), die Eaton-Geräte über USB oder die Netzwerkkarte ansprechen. Wie Stromversorgung, Server und Virtualisierung zusammenspielen, beschreiben wir auf der Seite Virtualisierung.

Der Wiederanlauf gehört zum Plan

Ist der Strom wieder da, sollen die Systeme in der richtigen Reihenfolge zurückkommen: erst Netzwerk und Speicher, dann die Hosts, dann die virtuellen Maschinen. Über Lastsegmente mit Einschaltverzögerung und die Startreihenfolge im Hypervisor lässt sich das festlegen. Zur Inbetriebnahme gehört deshalb ein Probelauf, den wir mit Ihnen abstimmen – denn dabei fahren Systeme tatsächlich herunter.

Redundanz im Rack

Server mit zwei Netzteilen sind nur dann doppelt abgesichert, wenn die Netzteile an zwei unabhängigen Quellen hängen. Stecken beide in derselben USV, fällt mit ihr der ganze Server. In größeren Schränken verteilen wir die Netzteile deshalb auf zwei USV-Anlagen oder auf USV und einen getrennten Stromkreis.

Für Geräte mit nur einem Netzteil – viele Switches, Firewalls und ältere Speichersysteme – gibt es den Eaton ATS 16 Netpack. Der automatische Umschalter versorgt das Gerät aus zwei Quellen und wechselt bei einem Ausfall automatisch auf die andere. Und wer die USV selbst warten oder tauschen will, ohne den Schrank abzuschalten, plant bei der 9PX Gen2 den Hot-Swap-Wartungsbypass gleich mit ein.

Batterien: das Verschleißteil

Die Elektronik einer USV hält viele Jahre, die Batterie nicht. Für die üblichen wartungsfreien Blei-Batterien (VRLA) nennt Eaton eine Lebensdauer von drei bis fünf Jahren und empfiehlt den Tausch nach vier Jahren. Wärme verkürzt das deutlich – Eaton nennt etwa 25 °C als geeignete Umgebung. Eine USV im warmen Abstellraum altert schneller als eine im klimatisierten Serverraum.

Die Geräte helfen dabei, den Zeitpunkt nicht zu verpassen: Sie testen ihre Batterie selbst, laden sie nur, wenn es nötig ist, und die 9PX Gen2 sagt mit ABM+ den Tausch voraus. Bei der 5PX Gen2 und der 9PX lässt sich die Batterie im laufenden Betrieb wechseln. Den Wechsel planen wir mit Ihnen, bevor die Batterie zum Problem wird – eine USV mit sechs Jahre alten Batterien gibt nur noch ein gutes Gefühl, keinen Schutz.

Lithium-Ionen-Ausführungen, die Eaton unter anderem für die 5P Gen2, die 9PX und die 9PX Gen2 anbietet, kosten in der Anschaffung mehr, halten nach Herstellerangaben aber acht bis zehn Jahre. Das lohnt sich vor allem dort, wo jeder Besuch vor Ort Aufwand bedeutet.

Zur Gewährleistung: Eaton gibt auf die 5PX Gen2 drei Jahre. Bei der 9PX Gen2 sind es drei Jahre auf die Elektronik und zwei auf die Batterien – drei Jahre auf alles, wenn das Gerät registriert wird. Die Registrierung sollte man deshalb nicht vergessen.

Was eine USV nicht kann

Wir verkaufen USV-Anlagen, und gerade deshalb gehört dieser Abschnitt auf die Seite.

  • Keine Versorgung über Tage. Die Ausfälle in Johannisthal und im Südwesten haben gezeigt, wie lang ein Stromausfall in Berlin dauern kann. Keine Batterie im Serverschrank überbrückt 60 Stunden. Wer Systeme hat, die auch dann laufen müssen, braucht eine Netzersatzanlage – die USV überbrückt dann nur die Sekunden bis zu deren Anlauf – oder betreibt diese Systeme in einem Rechenzentrum, das auf lange Ausfälle ausgelegt ist, etwa in den Rechenzentren der NMMN. Was wir dort anbieten, steht unter Rechenzentrumsleistungen.
  • Kein Ersatz für die Elektroinstallation. Absicherung, Leitungsquerschnitt und Festanschluss sind Sache einer Elektrofachkraft. Wir liefern die Anforderungen dafür, die Installation selbst machen wir nicht.
  • Kein Internet bei einem großflächigen Ausfall. Den eigenen Router hält die USV am Laufen. Ob die Gegenstelle beim Anbieter noch Strom hat, entscheidet sie nicht.
  • Kein Schutz mit verbrauchten Batterien. Eine USV, deren Batterien ihr Lebensende erreicht haben, schaltet im Ernstfall nach Sekunden ab. Ohne regelmäßigen Blick auf den Batteriezustand ist sie trügerisch.

Warum SSP

Wir sind seit 1990 Systemhaus in Berlin und seit 1994 in Lankwitz. Eine USV planen wir nicht als Einzelteil, sondern als Teil der Umgebung, die sie schützt: Wer bei uns die HPE-Server aufsetzt, die Virtualisierung einrichtet und das Backup mit Veeam betreibt, legt auch fest, in welcher Reihenfolge das alles bei einem Stromausfall herunterfährt. Das ist der Unterschied zwischen einer USV, die im Schrank steht, und einer, die im Ernstfall funktioniert.

Dazu kommt der Weg danach: Auf Wunsch behalten wir Batteriealter und Alarme im Blick, tauschen Batterien rechtzeitig und passen die Anlage an, wenn neue Server dazukommen. Und wenn eine Umgebung für den eigenen Serverraum zu kritisch wird, haben wir mit den Rechenzentren der NMMN eine Alternative, die über das hinausgeht, was eine USV leisten kann.

Häufige Fragen

Welche USV brauchen wir für unsere Server?

Für Server und Speichersysteme mindestens eine Line-Interactive-USV mit reinem Sinusausgang, etwa aus der Eaton-Serie 5PX Gen2. Für mehrere Virtualisierungshosts oder einen ganzen Serverraum empfehlen wir die Online-Technik der 9PX oder 9PX Gen2. Die Größe ergibt sich aus der gemessenen Last in Watt plus 20 bis 30 Prozent Reserve – nicht aus der Nennleistung der Netzteile.

Wie lange überbrückt eine USV einen Stromausfall?

Das hängt vor allem an der Last. Eaton gibt für die 5PX Gen2 mit 3.000 VA ohne Zusatzbatterie etwa 39 Minuten bei 500 Watt und 23 Minuten bei 800 Watt an. Wir planen die Laufzeit vom Ablauf her: so lange, wie Ihre Umgebung zum geordneten Herunterfahren braucht, plus Reserve – meist 10 bis 20 Minuten. Längere Laufzeiten sind mit Zusatzbatteriemodulen möglich, einen Ausfall über Tage überbrückt keine USV.

Was ist der Unterschied zwischen VA und Watt bei einer USV?

VA ist die Scheinleistung, Watt die Wirkleistung, die die Geräte tatsächlich verbrauchen. Eine USV muss beide Werte erfüllen. Bei Geräten mit Leistungsfaktor 1 wie der 5PX Gen2 oder der 9PX sind beide gleich. Bei anderen nicht: Eine 3P Ellipse mit 1.700 VA liefert 1.040 Watt.

Was ist der Nachfolger der Eaton Ellipse ECO?

Die Ellipse ECO ist abgekündigt. Ihr Nachfolger ist die Eaton 3P Ellipse mit 550 bis 1.700 VA, laut Eaton mit bis zu 12 Prozent mehr Leistung. Sie arbeitet wie ihre Vorgängerin als Offline-USV und eignet sich für Arbeitsplätze, Kassen und kleine Büros, nicht für Server.

Wann müssen die Batterien einer USV getauscht werden?

Eaton nennt für wartungsfreie Blei-Batterien eine Lebensdauer von drei bis fünf Jahren und empfiehlt den Tausch nach vier Jahren. Wärme verkürzt die Lebensdauer, Eaton nennt etwa 25 °C als geeignete Umgebung. Lithium-Ionen-Ausführungen halten nach Herstellerangaben acht bis zehn Jahre. Bei der 5PX Gen2 und der 9PX lassen sich die Batterien im laufenden Betrieb tauschen.

Fährt die USV unsere virtuellen Maschinen automatisch herunter?

Nur, wenn sie über eine Netzwerkkarte und Software eingebunden ist. Mit dem Eaton Intelligent Power Manager 2 lassen sich laut Eaton unter anderem VMware, Hyper-V und Nutanix steuern: erst unwichtige Systeme herunterfahren, dann virtuelle Maschinen, zuletzt Hosts und Speicher. Proxmox VE führt Eaton nicht als unterstützte Plattform – dort klären wir das Herunterfahren im Projekt, etwa über die Network UPS Tools.

Brauchen wir für eine größere USV einen Elektriker?

Ab der 9PX Gen2 mit 5 kW ja: Diese Geräte haben keinen Stecker, sondern werden über eine Klemmleiste fest angeschlossen. Das übernimmt eine Elektrofachkraft, der Stromkreis muss dafür ausgelegt sein. Auch die 5PX Gen2 mit 2.200 und 3.000 VA braucht mit ihrem C20-Eingang einen Stromkreis für 16 Ampere. Die Anforderungen dafür liefern wir mit.

Sprechen wir über Ihr Vorhaben.

Wir hören zu, bevor wir empfehlen. Erzählen Sie uns, wo es hakt – wir melden uns kurzfristig zurück.

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage






    Mit dem Absenden des Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Angaben zur Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.*


    SSP Informationssysteme GmbH
    Nicolaistraße 9–11 | Haus II
    12247 Berlin

    +49 30 771307-0
    in*********@********in.de

    Geschäftszeiten
    Mo–Do 8:30–17:30 Uhr
    Fr 8:30–16:00 Uhr