Proxmox

Proxmox

VMware-Exit in Berlin: Migration von VMware zu Proxmox VE

Broadcom hat die Spielregeln für VMware-Kunden grundlegend geändert. Wir holen Unternehmen in Berlin und Brandenburg von ESXi und vSphere auf Proxmox VE – mit Bestandsaufnahme, Probelauf, Rückfalloption und einem Betrieb, der danach weiterläuft wie vorher.

Was sich bei VMware geändert hat

Seit Broadcom die Übernahme von VMware im November 2023 abgeschlossen hat, sind die Bedingungen für kleine und mittlere Kunden in mehreren Schritten umgebaut worden. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

ZeitpunktÄnderungWas das für den Mittelstand bedeutet
November 2023Broadcom schließt die Übernahme von VMware abBeginn der Umstellung von Portfolio, Vertrieb und Partnerprogramm
Ab Anfang 2024Keine Dauerlizenzen mehr, nur noch Abonnements; das Portfolio schrumpft auf wenige PaketeWer bisher einmal gekauft und Wartung bezahlt hat, zahlt jetzt jedes Jahr die volle Nutzung
Ab 2024Lizenziert wird pro Prozessorkern, mindestens 16 Kerne je CPU; die Einstiegspakete für kleine Umgebungen entfallenKleine Hosts werden überproportional teuer, das günstige Essentials-Paket gibt es nicht mehr
April 2025Eine Mindestabnahme von 72 Kernen je Bestellung wird bekannt – und nach Protesten binnen weniger Tage zurückgenommenZeigt vor allem, wie schnell sich die Konditionen ändern können
Juni 2025vSphere 9 erscheint nur noch als Teil von VMware Cloud Foundation und vSphere Foundation; Standard und Enterprise Plus bleiben bei Version 8Wer mit den Einzeleditionen arbeitet, hat keinen Upgrade-Pfad innerhalb der eigenen Edition
Oktober 2025Ende des allgemeinen Supports für vSphere 7Ältere Umgebungen laufen ohne reguläre Sicherheitsupdates
Dezember 2025vSphere Foundation ist in Teilen der Region EMEA nicht mehr erhältlichFür manche Kunden bleibt nur das große Paket VMware Cloud Foundation
11. Oktober 2027Ende des allgemeinen Supports für vSphere 8Spätester sinnvoller Zeitpunkt für eine Entscheidung
Stand September 2026. Broadcom hat die Konditionen seit 2023 mehrfach geändert; maßgeblich ist Ihr konkretes Verlängerungsangebot.

In der Summe berichten viele Unternehmen von Kostensteigerungen um ein Mehrfaches, in Einzelfällen um das Zehnfache, wie The Register anhand eines Kundenbeispiels dokumentiert hat. Dazu kommt das Gefühl, dass die nächste Änderung jederzeit kommen kann. Genau das ist für viele unserer Kunden der eigentliche Grund für den Wechsel – nicht der Preis allein, sondern dass die Kosten der eigenen IT nicht mehr planbar sind.

Legen Sie uns Ihr aktuelles Verlängerungsangebot gern vor. Wir rechnen es gegen einen Wechsel, bevor Sie unterschreiben.

Vier Optionen – und wann welche passt

Ein VMware-Exit heißt nicht automatisch Proxmox. Wir schauen uns alle Wege an und empfehlen den, der zu Ihrer Umgebung passt:

OptionStärkenHaken
Bei VMware bleibenKein Projekt, keine Umstellung für das TeamKosten und Bündelung bestimmt der Hersteller; vSphere 8 läuft im Oktober 2027 aus dem allgemeinen Support
Microsoft Hyper-VVertraut für Windows-Administratoren, gut integriert in Windows-UmgebungenDen kostenfreien Hyper-V Server hat Microsoft nach der Version 2019 nicht mehr neu aufgelegt; für viele VMs braucht es Windows Server Datacenter auf jedem Host – die Abhängigkeit wechselt nur den Hersteller
Proxmox VEKeine Lizenzkosten, Hochverfügbarkeit und Ceph im Grundumfang, Subskription pro CPU-Sockel statt pro KernSetzt Linux-Grundkenntnisse voraus – im eigenen Team oder beim Dienstleister
Public CloudKeine eigene Hardware, schnelle SkalierungLaufende Kosten schwer planbar, Gebühren für ausgehenden Datenverkehr, Fragen zu Datenstandort und Zugriffsrechten

Für die meisten Umgebungen im Mittelstand ist Proxmox VE die beste Wahl, weil es die bisherige Arbeitsweise – Hosts, Cluster, virtuelle Maschinen – am ehesten erhält und die Lizenzfrage dauerhaft löst. Wo sich eine Umgebung ohnehin stark um Windows dreht und das Team keinen Linux-Berührungspunkt haben soll, kann Hyper-V die pragmatischere Antwort sein. Und wer den eigenen Serverraum ganz aufgeben will, landet mit der Private Cloud der NMMN ebenfalls auf Proxmox, nur ohne eigene Hardware.

Drei technische Wege von ESXi zu Proxmox

Wie eine einzelne virtuelle Maschine umzieht, entscheiden wir Maschine für Maschine. In der Praxis kommen drei Wege zum Einsatz:

Der Import-Assistent von Proxmox

Seit Version 8.2 bindet Proxmox VE einen ESXi-Host direkt als Quelle ein. Maschinen werden ausgewählt, Zielspeicher und Netzwerk zugeordnet, der Rest läuft automatisch. Mit dem Live-Import startet die Maschine bereits auf Proxmox, während die Daten im Hintergrund nachgezogen werden – die Unterbrechung schrumpft damit auf einen Neustart. Voraussetzung: Snapshots in VMware werden vorher zusammengeführt. Das ist unser Standardweg für die meisten Maschinen.

Über gemeinsamen Speicher

Beide Plattformen greifen auf denselben NFS-Speicher zu. Die Maschine wird in VMware heruntergefahren, in Proxmox mit ihrer vorhandenen Festplattendatei gestartet und erst nach erfolgreichem Test in das endgültige Format und auf den Zielspeicher überführt. Die Ausfallzeit ist minimal, und die Maschine auf der alten Seite bleibt als Rückweg unangetastet.

Über die Datensicherung

Wer Veeam einsetzt, kann eine Sicherung aus der VMware-Umgebung als virtuelle Maschine auf Proxmox VE wiederherstellen. Das eignet sich besonders, wenn beide Umgebungen keine direkte Verbindung haben, und ist zugleich ein Test, ob die Wiederherstellung im Ernstfall funktioniert. Als letzter Ausweg bleibt der Export als OVF-Paket, der zuverlässig, aber mit längerer Ausfallzeit arbeitet.

WegUnterbrechungGeeignet für
Import-Assistent mit Live-ImportEin NeustartDen Großteil der Server
Gemeinsamer SpeicherWenige MinutenGeschäftskritische Systeme mit Rückweg
Wiederherstellung aus der SicherungJe nach GrößeGetrennte Umgebungen, Standortwechsel
OVF-ExportLängerSonderfälle, Altsysteme

Nach dem Umzug werden die VirtIO-Treiber und der QEMU-Gastagent installiert, Netzwerkkarten zugeordnet und die VMware Tools entfernt. Diese Nacharbeiten sind der Teil, an dem schlecht geplante Migrationen hängen bleiben – bei uns stehen sie im Drehbuch jeder Maschine.

So läuft eine Migration mit uns ab

  1. Bestandsaufnahme und Workshop. Wir erfassen alle Maschinen, ihre Abhängigkeiten, Speicher und Netzwerke und legen die Reihenfolge fest. Den Auftakt bildet meist unser eintägiger Proxmox-Workshop, an dessen Ende ein schriftlicher Migrationsplan steht.
  2. Zielarchitektur. Anzahl und Ausstattung der Hosts, Speicher mit Ceph, ZFS oder vorhandenem Storage, Netzwerk und VLANs, Datensicherung – und die Frage, ob die neue Umgebung im eigenen Haus oder in einem Rechenzentrum steht.
  3. Aufbau und Probelauf. Wir bauen den Cluster auf, testen Ausfallszenarien und ziehen unkritische Maschinen zur Probe um. Vorher gemessene Leistungswerte zeigen, ob die neue Umgebung mindestens so schnell ist wie die alte.
  4. Migration in Wellen. Erst Test- und Nebensysteme, dann unkritische Produktivsysteme, zuletzt die geschäftskritischen Anwendungen – jeweils außerhalb der Kernarbeitszeiten. Die Originalmaschine bleibt ausgeschaltet, aber unverändert, bis der Fachbereich abgenommen hat.
  5. Abnahme, Dokumentation, Betrieb. Wir dokumentieren die neue Umgebung, weisen Ihre Administratoren ein und übernehmen auf Wunsch den laufenden Betrieb: Überwachung, Updates im rollierenden Verfahren per Live-Migration und die Kontrolle der Sicherungen.

Häufig lassen sich die vorhandenen ESXi-Hosts weiterverwenden: Wir räumen zuerst einen Host frei, installieren Proxmox, ziehen die ersten Maschinen um und arbeiten uns so durch die Umgebung. Soll die neue Umgebung in ein Rechenzentrum, übernehmen wir auch den IT-Umzug ins Rechenzentrum – bis hin zum Hardwaretransport an einem abgestimmten Wochenende, wenn eine Übertragung über die Leitung nicht sinnvoll ist.

Was sich für Ihre Administratoren ändert

Die Begriffe sind andere, die Konzepte weitgehend dieselben. Diese Übersicht hilft beim Umdenken:

In VMwareIn Proxmox VEAnmerkung
vCenterWeboberfläche jedes Knotens, Proxmox Datacenter Manager für mehrere ClusterKein separater Managementserver, der selbst ausfallen kann
vMotionLive-MigrationMit Ceph ohne Übertragung der Festplatten
vSphere HAHA-StackRegeln für Abhängigkeiten und bevorzugte Hosts
DRSDynamischer LastausgleichSeit Proxmox VE 9.2 enthalten
vSANCephIn Proxmox integriert, ohne Zusatzlizenz
Distributed SwitchLinux-Bridges, VLANs, SDN-ZonenFür mehrere Standorte auch VXLAN und EVPN
VMware ToolsQEMU-Gastagent und VirtIO-TreiberWerden bei der Migration nachinstalliert
Vorlagen und Content LibraryVorlagen und Cloud-InitNeue Maschinen per Klon in Sekunden
Stand Proxmox VE 9.2. Funktionsumfang im Einzelfall abhängig von Speicherart und Netzwerkaufbau.

Wer Hosts, Cluster und virtuelle Maschinen verstanden hat, findet sich in Proxmox in wenigen Tagen zurecht. Was neu ist, ist die Linux-Basis darunter. Die Einweisung Ihres Teams gehört deshalb zum Projekt, und im laufenden Betrieb sind wir für alles zuständig, was unterhalb der Weboberfläche passiert.

Windows-Lizenzen beim Hypervisor-Wechsel

Eine häufige Sorge ist, dass mit dem Wechsel die Microsoft-Lizenzen neu gekauft werden müssen. Für den Betrieb im eigenen Serverraum gilt: Windows Server wird nach den physischen Kernen des Hosts lizenziert, nicht nach dem Hypervisor. Wer seine Hosts mit Windows Server Datacenter lizenziert hat, darf darauf weiterhin beliebig viele Windows-Maschinen betreiben – ob unter VMware oder Proxmox.

Anders sieht es aus, wenn die Maschinen in ein Rechenzentrum ziehen. Dann kommt es darauf an, ob die Hardware Ihnen exklusiv zur Verfügung steht, ob Ihre Lizenzen über Software Assurance oder ein Abonnement laufen und wie viele virtuelle Kerne jede Maschine hat. Das rechnen wir im Projekt mit Ihnen durch. Verbindlich sind die Produktbestimmungen von Microsoft; unsere Einschätzung ersetzt keine Lizenz- oder Rechtsberatung.

Wann wir von einem schnellen Wechsel abraten

  • Zertifizierte Fachanwendungen. Wenn ein Softwarehersteller seine Anwendung nur für VMware freigibt, klären wir das vor dem Umzug mit ihm. Ohne Freigabe bleibt die Maschine im Zweifel vorerst auf VMware.
  • Frisch verlängerte Mehrjahresverträge. Wer gerade für drei Jahre bezahlt hat, sollte den Wechsel sauber vorbereiten, statt ihn zu überstürzen. Dann nutzen wir die Zeit für Planung und Probelauf.
  • Stark verzahnte VMware-Zusatzprodukte. NSX, Site Recovery Manager oder Horizon haben bei Proxmox keine direkte Entsprechung. Remote-Arbeitsplätze planen wir in solchen Fällen gesondert, etwa mit Parallels RAS.
  • Keine Zeit für die Nacharbeiten. Eine Migration ohne Test, Dokumentation und Einweisung verlagert das Problem nur. Wir planen sie lieber zwei Wochen später, als sie halb zu machen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Migration von VMware zu Proxmox?

Für eine typische Umgebung im Mittelstand mit einigen Dutzend virtuellen Maschinen rechnen wir eher in Wochen als in Monaten. Die meiste Zeit fließt in Bestandsaufnahme, Aufbau und Probelauf; die eigentliche Umschaltung einer einzelnen Maschine dauert mit dem Import-Assistenten von Proxmox meist nur so lange wie ein Neustart. Den konkreten Zeitplan mit Meilensteinen legen wir im Workshop fest.

Müssen wir für Proxmox neue Server kaufen?

Meistens nicht. Proxmox VE läuft auf handelsüblichen x86-Servern, und die vorhandenen ESXi-Hosts lassen sich oft weiterverwenden: Wir räumen zuerst einen Host frei, installieren Proxmox und ziehen die Maschinen schrittweise um. Neue Hardware lohnt sich, wenn die alten Hosts ohnehin am Ende ihrer Garantie sind oder für Ceph die Platten und das Netzwerk nicht ausreichen.

Gibt es bei der Migration Ausfallzeiten?

Kurze, planbare. Mit dem Live-Import des Proxmox-Assistenten beschränkt sich die Unterbrechung je Maschine im Wesentlichen auf einen Neustart. Wir legen die Umschaltungen außerhalb der Kernarbeitszeiten und ziehen die Systeme in Wellen um, beginnend mit unkritischen Maschinen. Einen vollständigen Stillstand der IT über Tage gibt es dabei nicht.

Können wir zurück, wenn etwas nicht funktioniert?

Ja. Die Originalmaschine auf VMware bleibt nach dem Umzug ausgeschaltet, aber unverändert, bis die Anwendung auf Proxmox abgenommen ist. Tritt ein Problem auf, wird sie wieder eingeschaltet. Erst nach der Abnahme aller Systeme bauen wir die alte Umgebung zurück und kündigen die VMware-Verträge.

Was passiert mit unseren Veeam-Backups?

Veeam unterstützt Proxmox VE über ein eigenes Plug-in. Sie sichern nach dem Wechsel mit derselben Software weiter, und die Sicherungen aus der VMware-Zeit bleiben für die vereinbarte Aufbewahrungsfrist wiederherstellbar. Veeam kann eine VMware-Sicherung sogar direkt als Maschine auf Proxmox wiederherstellen, was wir als Migrationsweg nutzen.

Bis wann müssen wir von VMware weg?

Eine feste Frist gibt es nicht. Der allgemeine Support für vSphere 8 endet am 11. Oktober 2027, danach gibt es keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Der praktischere Termin ist meist Ihr nächstes Verlängerungsdatum: Wer drei bis sechs Monate vorher mit der Planung beginnt, kann in Ruhe entscheiden und muss kein Angebot unter Zeitdruck unterschreiben.

Übernehmen Sie nach der Migration auch den Betrieb?

Ja, wenn Sie das möchten. Im Rahmen unserer Managed-IT-Leistungen überwachen wir den Cluster, spielen Updates im rollierenden Verfahren ein, kontrollieren die Sicherungen und sind bei Störungen Ihr Ansprechpartner. Ebenso gut können Ihre eigenen Administratoren den Betrieb übernehmen – dann bekommen sie von uns die Dokumentation, eine Einweisung und uns als Rückfallebene.

Sprechen wir über Ihr Vorhaben.

Wir hören zu, bevor wir empfehlen. Erzählen Sie uns, wo es hakt – wir melden uns kurzfristig zurück.

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage



    Mit dem Absenden des Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Angaben zur Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.*

    SSP Informationssysteme GmbH
    Nicolaistraße 9–11 | Haus II
    12247 Berlin

    +49 30 771307-0
    in*********@********in.de

    Geschäftszeiten
    Mo–Do 8:30–17:30 Uhr
    Fr 8:30–16:00 Uhr