Private Cloud mit Proxmox und Ceph – aus Rechenzentren in Berlin und Deutschland
Wenn der Serverraum weg soll, die Daten aber nicht zu einem Hyperscaler: Die Hosted Private Cloud der NMMN bietet dedizierte Hardware mit Proxmox VE und Ceph in deutschen Rechenzentren, auch in Berlin. Wir planen den Umzug, migrieren Ihre Systeme und bleiben Ihr Ansprechpartner im Betrieb.
- Was eine Private Cloud ist
- Shared, Private, Hybrid
- Proxmox und Ceph
- Hochverfügbarkeit
- Standorte und Anbindung
- Wer was macht
- Wann sie nicht passt
- Häufige Fragen
Was eine Private Cloud ist
Eine Private Cloud bietet die Vorteile einer Cloud – Ressourcen nach Bedarf, keine eigene Hardwarebeschaffung, Betrieb im Rechenzentrum – auf Infrastruktur, die ausschließlich einem Unternehmen zur Verfügung steht. Keine virtuellen Nachbarn auf denselben Hosts, keine geteilten Prozessoren, kein Wettlauf um Speicherbandbreite.
Die Hosted Private Cloud der NMMN setzt dafür auf zwei Open-Source-Bausteine: Proxmox VE für die Virtualisierung und Ceph als verteilten Speicher. Beide sind ohne Lizenzkosten nutzbar, beide sind offen dokumentiert, und die virtuellen Maschinen liegen in Standardformaten vor. Wer später woanders hin will, nimmt seine Maschinen mit – eine Eigenschaft, die man erst zu schätzen lernt, wenn man sie beim bisherigen Anbieter vermisst.
Für Unternehmen, die von VMware kommen, ist das häufig der naheliegende nächste Schritt: Der VMware-Exit und der Abschied vom eigenen Serverraum lassen sich in einem Projekt verbinden, statt zweimal umzuziehen.
Shared Cloud, Private Cloud oder beides
Nicht jede Umgebung braucht eigene Hardware. NMMN bietet deshalb drei Modelle an, die sich kombinieren lassen:
| Managed Shared Cloud | Hosted Private Cloud | Hybride Szenarien | |
|---|---|---|---|
| Technik | Logisch getrennte Ressourcenpools aus vCPU, Arbeitsspeicher und Speicher auf einer gemeinsamen Plattform | Vollständig dedizierte Hardware, physisch getrennt bis zum Netzwerkkabel | Kernsysteme dediziert, Standardlasten im Pool – oder ein Teil im eigenen Serverraum |
| Stärken | Günstig, schnell eingerichtet, einfach skalierbar | Volle Isolation, eigene Sicherheitsarchitektur, freie Wahl der Standorte | Das Beste aus beiden Welten, gleichmäßige Lastverteilung |
| Passt für | Kleine Umgebungen, die ohne eigene Server-Racks auskommen wollen | Regulierte Branchen, hoher Schutzbedarf, konstante Last, bestehende Softwarelizenzen | Unternehmen, die Kernsysteme schützen und bei Standardlasten beweglich bleiben wollen |
Proxmox und Ceph: warum die Kombination trägt
Proxmox liefert die Rechenleistung, Ceph den Speicher. Ceph verteilt jeden Datenblock nach einer berechneten Regel über mehrere Server, statt ihn in einem zentralen Speichersystem abzulegen. Standardmäßig liegt jeder Block dreifach auf unterschiedlichen Hosts. Fällt eine Festplatte oder ein ganzer Server aus, stellt Ceph die fehlenden Kopien auf den verbleibenden Systemen selbstständig wieder her – ohne dass jemand eingreifen muss.
| Merkmal | Ceph (verteilter Speicher) | Lokaler Speicher je Host |
|---|---|---|
| Live-Migration | Ohne Übertragung der Festplatten, in Sekunden | Festplatten müssen mit umziehen, dauert länger |
| Hochverfügbarkeit | Automatischer Neustart auf anderen Hosts | Eingeschränkt, abhängig von Replikation |
| Wachstum | Weitere Hosts hinzufügen | Grenzen je Host |
| Selbstheilung | Automatisch | Über RAID, im Zweifel von Hand |
| Aufwand | Höher, mindestens drei Hosts und schnelles Netzwerk | Geringer, ideal für ein bis drei Hosts |
| Geeignet für | Hochverfügbare Cluster, wachsende Umgebungen | Kleinere Setups und Nebenstandorte |
Klassische Fibre-Channel-SANs braucht es dafür nicht. Das spart nicht nur die Anschaffung, sondern auch eine Komponente, die in vielen Umgebungen der größte einzelne Ausfallpunkt ist.
Hochverfügbarkeit in der Praxis
Eine einzelne Maschine ist nie hochverfügbar, egal, was die Hardware gekostet hat. Ausfallsicherheit entsteht erst, wenn mehrere Knoten sich gegenseitig vertreten.
- Drei Knoten als Mindestmaß. Bei einer Netzwerkstörung muss der Cluster per Mehrheit entscheiden, welcher Teil weiterarbeitet. Mit drei Knoten gibt es immer eine Mehrheit, und ein „Split-Brain“, bei dem zwei Hälften gleichzeitig schreiben, ist ausgeschlossen.
- Zwei Standorte für kritische Umgebungen. Vier Knoten, verteilt auf zwei Rechenzentren, plus eine unabhängige dritte Instanz als Schiedsrichter: So übersteht der Cluster den Ausfall eines kompletten Standorts.
- Live-Migration für Wartungen. Weil alle Knoten auf denselben Ceph-Speicher zugreifen, wandert beim Verschieben einer Maschine nur ihr Arbeitsspeicher über das Netz. Ein Server kann zur Wartung vom Netz gehen, ohne dass ein Dienst unterbrochen wird.
- Selbstheilung. Antwortet ein Knoten nicht mehr, startet Proxmox die betroffenen Maschinen auf den anderen neu, während Ceph parallel die fehlenden Kopien wiederherstellt.
Das Netzwerk entscheidet dabei über Erfolg oder Misserfolg. Als Mindestmaß gelten 10 Gbit/s zwischen den Knoten, sinnvoller sind 25 Gbit/s oder mehr; der Speicherverkehr läuft auf einem eigenen Netz, getrennt vom Zugriff der Anwender, bei einer Latenz unter einer Millisekunde. An dieser Stelle scheitern selbst gebaute Ceph-Cluster am häufigsten – in den Rechenzentren der NMMN ist die Plattform darauf ausgelegt.
Zur Plattform gehört außerdem die Datensicherung: Der Proxmox Backup Server sichert die Maschinen inkrementell, dedupliziert und verschlüsselt, auf Wunsch an einem weiteren Standort. Wer bereits Veeam einsetzt, kann damit weiterarbeiten.
Standorte, Anbindung und Erreichbarkeit
Die Hosted Private Cloud lässt sich auf einen oder mehrere Rechenzentrumsstandorte der NMMN verteilen. Für Unternehmen in Berlin und Brandenburg ist der Standort in Berlin-Moabit der Standort der kurzen Wege; für Georedundanz kommen weitere Standorte in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und der Region Stuttgart in Frage. Die Standorte sind über ein eigenes, mehrfach redundantes Netz miteinander verbunden.
Welche Zertifizierungen der jeweilige Standortbetreiber hält, unterscheidet sich von Standort zu Standort. Wir führen sie auf unserer Übersicht der Rechenzentrumsstandorte einzeln auf und halten im Angebot fest, welcher Standort es wird.
- Glasfaser statt Internet. Eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung vom Unternehmensstandort ins Rechenzentrum läuft am öffentlichen Internet vorbei. Alternativ bleibt die klassische Anbindung per VPN.
- Cloud Connect. Wer zusätzlich Dienste bei AWS, Google, Microsoft, IBM oder Oracle nutzt, bindet sie direkt auf Layer-2-Ebene an.
- Erreichbarkeit rund um die Uhr. Für Kunden mit Rechenzentrums- oder Colocation-Vertrag gibt es über NMMN eine Rufbereitschaft rund um die Uhr, zusätzlich zu unserem Helpdesk. Der genaue Umfang steht im Vertrag.
Mehr zu Anbindung, Umzug und Remote Hands auf unserer Seite zu den Datacenter-Services.
Wer was macht
Bei einer Private Cloud arbeiten zwei Unternehmen für Sie. Damit das nicht zu Ping-Pong führt, ist die Aufteilung klar:
| Aufgabe | SSP | NMMN |
|---|---|---|
| Beratung, Bestandsaufnahme, Zielarchitektur | ✓ | unterstützt |
| Migration der Maschinen und Anwendungen | ✓ | unterstützt |
| Hardware, Rechenzentrum, Netzwerk, Proxmox- und Ceph-Plattform | ✓ | |
| Betrieb der Betriebssysteme und Anwendungen in den Maschinen | ✓ (auf Wunsch) | |
| Arbeitsplätze, Standortnetzwerk, Microsoft 365 | ✓ | |
| Ihr Ansprechpartner | ✓ |
Für Sie heißt das: ein Ansprechpartner in Berlin, der Ihre gesamte IT kennt – vom Arbeitsplatz bis zur virtuellen Maschine im Rechenzentrum.
Wann eine Private Cloud nicht passt
- Sehr kleine Umgebungen. Für drei, vier Server lohnt sich dedizierte Hardware selten. Dann ist die Managed Shared Cloud oder ein gut betreuter Cluster im eigenen Haus die wirtschaftlichere Wahl.
- Stark schwankende Last. Wer für kurze Spitzen hundert Maschinen braucht und danach keine, ist bei einem Hyperscaler besser aufgehoben. Oft läuft das auf eine hybride Lösung hinaus: stabile Kernsysteme in der Private Cloud, Experimente in der Public Cloud.
- Anwendungen mit viel lokalem Datenverkehr. Große CAD-Dateien oder Maschinensteuerungen, die mit Geräten im Haus sprechen, bleiben besser vor Ort. Das klären wir vor dem Umzug, nicht danach.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Private Cloud und Shared Cloud?
In der Managed Shared Cloud buchen Sie einen logisch getrennten Ressourcenpool aus Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und Speicher auf einer gemeinsamen Plattform. In der Hosted Private Cloud steht die Hardware ausschließlich Ihnen zur Verfügung, physisch getrennt bis zum Netzwerkkabel, mit eigener Sicherheitsarchitektur und freier Wahl der Standorte. Beide basieren auf Proxmox VE und lassen sich kombinieren.
Wo stehen die Server der Private Cloud?
In Rechenzentren der NMMN in Deutschland. Für Unternehmen in Berlin bietet sich der Standort in Berlin-Moabit an; für Georedundanz kommen weitere Standorte in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und der Region Stuttgart hinzu. Welcher Standort es wird und wie der Betreiber zertifiziert ist, halten wir im Angebot fest.
Warum Proxmox und Ceph statt VMware und SAN?
Weil beide ohne Lizenzkosten auskommen und keine Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller schaffen. Ceph verteilt die Daten dreifach über mehrere Server und stellt fehlende Kopien nach einem Ausfall selbst wieder her, ein zentrales Speichersystem als einzelner Ausfallpunkt entfällt. Proxmox VE bringt Hochverfügbarkeit und Live-Migration im Grundumfang mit.
Wie kommen unsere Standorte an die Private Cloud?
Über eine Glasfaser-Punkt-zu-Punkt-Verbindung, die am öffentlichen Internet vorbeiläuft, oder klassisch per VPN. Zusätzliche Dienste bei AWS, Google, Microsoft, IBM oder Oracle lassen sich über Cloud Connect direkt auf Layer-2-Ebene anbinden.
Können wir unsere vorhandenen Microsoft-Lizenzen weiter nutzen?
In vielen Fällen ja. Weil die Hardware in der Hosted Private Cloud Ihnen exklusiv zur Verfügung steht, lassen sich vorhandene Lizenzen häufig weiterverwenden. Die Details hängen davon ab, ob Ihre Lizenzen über Software Assurance oder ein Abonnement laufen und wie die Maschinen dimensioniert sind. Das rechnen wir im Projekt mit Ihnen durch; eine Lizenzberatung im rechtlichen Sinn ersetzt das nicht.
Wie kommen wir wieder heraus, wenn wir wechseln wollen?
Ohne Umweg über proprietäre Formate. Proxmox VE speichert virtuelle Maschinen in offenen Standardformaten, die sich exportieren und auf einer anderen Proxmox-Umgebung oder einem anderen KVM-basierten System wieder starten lassen. Die Rückführung in den eigenen Serverraum ist damit ein Migrationsprojekt wie jedes andere, keine Neuinstallation.
Was kostet eine Private Cloud mit Proxmox?
Abgerechnet wird monatlich nach der tatsächlich bereitgestellten Hardware und den Ressourcen, ohne Lizenzbündel für die Virtualisierung. Die Höhe hängt von Anzahl und Ausstattung der Knoten, dem Speicherbedarf, der Zahl der Standorte und dem gewünschten Betreuungsumfang ab. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme erhalten Sie ein konkretes Angebot.
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